Die Welt von Kapok - Ratgeber über Herkunft, Herstellung und Eigenschaften der Kapokfaser

Was ist Kapok?

Bei dem ungewöhnlichen Wort Kapok handelt es sich um eine Naturfaser, die dem sogenannten Kapokbaum entspringt. Genau genommen befindet sie sich in den Samen des Baumes. Umgangssprachlich werden diese Hohlfasern des Kapokbaumes auch als Pflanzendaunen bezeichnet – und das zurecht!

Kapok Frucht
Eine Kapok Frucht in der ursprünglichen Form. Das Innere der Frucht wird später zur Kapokfaser.

Sie werden schon seit langer Zeit als Material zum Füllen und Dämmen verwendet, sind aber leider im deutschsprachigen Raum oft noch ein Fremdwort.

Der Begriff an sich stammt aus dem malaiischen und heißt dort wörtlich übersetzt sogar Pflanzendaune.

Die Kapokfasern, um die geht, sind transparent, haben eine glatte Oberfläche und sind von Innen hohl.

So hohl, dass sie einen Lufteinschluss von ganzen 80% haben.

Das ist für die Isolierung ausschlaggebend und macht die Kapokfaser nach Pappelflaum zur leichtesten natürlichen Hohlfaser auf der ganzen Welt.

Eine einzelne Kapokfaser ist übrigens nicht besonders lang: Sie erreicht bloß eine Länge von rund 2 cm.

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Was ist Kapokwolle?

Nimmt man nun mehrere dieser einzelnen Kapokfasern, erhält man einen gesamten Knäuel – die sogenannte Kapokwolle.

Je nachdem, wie viel Kapok man erntet, kann man nun anfangen, alles Mögliche damit zu isolieren oder seinen Schlafplatz zu polstern.

Kapokfaser Detail
Die Kapokfaser im Detail. Sie zählt zu den leichtesten Naturfasern und ist als Pflanzendaune bekannt.

Glücklicherweise müssen wir die Wolle nicht selbst ernten, sondern finden sie bereits verarbeitet in Kissen und Decken. Das Ernten übernehmen die Bauern in den Tropen für uns.

Die Wolle an sich ist super fluffig und weich und eignet sich daher für die Befüllung von Decken und Kissen optimal.

Wer bisher noch nicht das richtige Füllmaterial für seine Kissen und Decken gefunden hat, kann daher vielleicht mit einer Füllung aus Kapok besser schlafen und vor allem auch schnell einschlafen.

Wo wächst Kapok?

Der Kapokbaum ist mittlerweile in den gesamten Tropen zu finden. So ist er in Mittel- und Nordsüdamerika heimisch, als auch in weiten Teilen Asiens sowie West- und Zentralafrika.

Kapok Herkunft Karte
In der Karte sind die tropischen Regenwälder zu sehen, in welchen Kapokbäume wachsen und somit die Herkunft der Kapok ist

Wo die Herkunft des Kapokbaumes ursprünglich liegt, also auf welchem Kontinent, ist nicht ganz klar. Dass der Baum sich in den Tropen so wohlfühlt, ist aber kein Wunder – er kann nämlich nur unter ganz bestimmten Bedingungen existieren und seine kostbaren Schoten produzieren.

So benötigt er neben einer großen Menge Licht auch unheimlich viel Regen.

Das passt ganz gut, da es in den Tropen, seiner Herkunft, schließlich immer eine Regen- und eine Trockenzeit gibt, anstelle der gewöhnlichen vier Jahreszeiten. So bekommt der Kapokbaum sowohl genügend Licht als auch ausreichend Wasser. Längere Kälteperioden, die dem Baum schaden könnten, bleiben aus.

Stimmen die Bedingungen, kann er bis zu 70 Meter hoch werden und in Höhen bis zu 4000 Metern leben.

Durch diese beachtliche Größe bindet er viel CO2 in der Luft und trägt daher seinen Teil zum Klimaschutz bei.

Ein einzelner Kapokbaum schafft es übrigens, bis zu 20 kg der weichen Kapokfasern zu produzieren – und das jedes Jahr. Das ist ganz schön beachtlich, wenn man bedenkt, dass für ein Kilo Kapok ganze 250 Schoten benötigt werden.

Es werden also rund 5000 Schoten pro Jahr von einem einzelnen Baum produziert.

Gewinnung und Produktion der Kapokfaser

Die Ernte der Kapokwolle ist nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, da jede einzelne Schote per Hand geerntet und geöffnet werden muss. Im Anschluss muss die in der Schote enthaltene Kapokfaser mitsamt der Schote in die Sonne gelegt werden, um gut auszutrocknen.

Erst dann ist sie bereit, sich mithilfe eines Windgebläses von der Schote zu trennen. Zurück bleibt die fertige Kapokwolle.

Mehr passiert bei der Gewinnung und Produktion von Kapok auch nicht.

Sie müssen weder chemisch behandelt, noch erneut gewaschen werden und sind somit sehr ökologisch und vor allen Dingen nachhaltig.

Auch die Bauern kommen mit der Ernte gut davon, da sie sich mit der Kapokwolle einen guten Lebensunterhalt verdienen.

Auch interessant ist, dass Kapok nicht auf Plantagen angebaut werden kann, sondern wild wächst.

Kapokbaum Ansicht
Der Kapokbaum wächst wild im Regenwald.

So werden auch keine Regenwälder für den Anbau dieser Naturfaser abgeholzt und den Tieren und Pflanzen bleibt ihr Lebensraum weiterhin erhalten. Durch die Ernte von Hand werden außerdem keine großen Maschinen betrieben, die Schaden anrichten oder Treibstoff benötigen

Als netter Nebeneffekt gedeiht der Kapokbaum bei passenden Wetterbedingungen auch ohne Pestizide oder irgendwelchen Dünger.

Vorteile von Kapok

Da jetzt klar ist, worum es sich bei Kapok handelt, kommen jetzt die Vorteile der Naturfaser. Davon gibt es so einige, über die es sich zu sprechen lohnt.

Alle Vorteile im Überblick:

  • Nachhaltig
  • Ökologisch
  • Wasserabweisend
  • Atmungsaktiv
  • Temperaturregulierend
  • Für Allergiker geeignet
  • Verhindert einnisten von Miblen, Mikroorganismen und Ungeziefer

Zuerst einmal ist die Kapokfaser des Kapokbaumes schwimmfähig, da sie kein Wasser aufnimmt. Diese Eigenschaft ist vielleicht für Bettdecken und Kissen weniger interessant, jedoch können so zum Beispiel auch Schwimmwesten und Rettungsringe mit dem Material gefüllt werden.

Die Kapokfaser ist von einer wachsartigen Schicht umgeben, welche nicht nur das Eindringen von Wasser, sondern auch das Einnisten von Ungeziefer und Mikroorganismen wie Pilzen, Bakterien und Viren verhindert. Auch Hausstaubmilben mögen die Kapokfaser nicht besonders, was sie für Allergiker verträglich macht, obwohl es sich um ein reines Naturprodukt handelt.

Da Feuchtigkeit und Wärme weitergeleitet werden und die Kapokfaser atmungsaktiv ist, wird vor allem bei Bettwäsche ein gutes Schlafklima garantiert.

Allerdings wirkt sie dadurch nicht bloß kühlend, sondern komplett Temperatur-regulierend. Im Sommer kühlt die Kapokfaser, im Winter wärmt sie.

Das Schlafgefühl ist mit Kapokwolle ebenfalls nicht zu unterschätzen, da die Bettwäsche, die mit ihr gefüllt ist, sehr nachgiebig ist. Das liegt an den feinen und voluminösen Kapokfasern, die einen besonders weich betten.

Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Nachhaltigkeit von Kapok und die Tatsache, dass Kapokfasern unbehandelt verwendet werden können und somit ökologisch sind.

Nachteile von Kapok

Wo Vorteile sind, sind jedoch meistens auch Nachteile. Bei Kapok sind dies nicht allzu viele, jedoch sollten auch diese einmal erwähnt werden.

Alle Nachteile im Überblick:

  • Schnell entzündlich
  • Staubt ein wenig mehr
  • Braucht für Gewebe ein zweites Material

Die Wachsschicht, die so viele Vorteile mit sich bringt, sorgt so zum Beispiel leider auch dafür, dass Kapokwolle schnell entzündlich ist.

Anders als Baumwolle, Wolle und normale Daunen staubt Kapok auch ein wenig mehr, da die Kapokfasern kürzer sind.

Der nächste Nachteil ist für die Verwendung als Füllung in Bettwäsche kein wirklicher Nachteil, sondern eher für die Verwendung auf anderen Gebieten etwas ungünstig: Kapok kann nämlich nicht alleine verwebt werden und benötigt immer eine andere Faser wie Baumwolle dabei.

Es kann also zum Beispiel kein Kleidungsstück einzig und alleine aus der nachhaltigen Naturfaser hergestellt werden.

Allerdings ist das auch wieder ein Vorteil wenn man bedenkt, dass durch das Einweben von Kapok bis zu 30% Baumwolle und somit eine Menge Wasser gespart werden kann. Die Nachteile halten sich also tatsächlich in Grenzen.

Wo kann man Kapok kaufen?

Kapok als Füllung kann man in vielen unterschiedlichen Gegenständen kaufen.

Kissen, Bettwäsche, Westen, Jacken und sogar Polstermöbel profitieren heutzutage von der Befüllung mit Kapokfasern.

So gibt es zum Beispiel bei YAK das Kapok Kopfkissen, die mit Kapokfasern gefüllt sind. Der Bezug dieses Kissens besteht zudem aus Celliant, was weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften mit sich bringt. Somit hat man bei diesem Kissen das Beste aus beiden Welten vereint.

Wenn man nun noch über ein Boxspringbett aus hochwertigem Massivholz und der passenden Matratze verfügt, schläft man also quasi im siebten Himmel.

Empfehlung: YAK Kopfkissen mit Kapok

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Kann man Kapok waschen?

Theoretisch könnte man Kapok in die Waschmaschine schmeißen – es stellt sich nur die Frage, ob das überhaupt was bringt.

Durch die wasserabweisende Wachsschicht wird Kapokwolle so oder so nicht nass.

Besser ist es, die mit Kapok gefüllten Gegenstände wie Bettdecken und Kissen mehrmals im Jahr gründlich zu lüften. Anders als Daune verträgt die Naturfaser auch Sonne sehr gut, weshalb auch im Hochsommer bedenkenlos gelüftet werden kann.

Dadurch bleibt die Kapokfaser locker und auch die natürliche Regenerierung wird gefördert.

Zwischendurch etwas abklopfen und ausschütteln reicht übrigens als zusätzliche Pflegemaßnahme zum Lüften vollkommen aus. Dadurch, dass die Kapokfaser nicht gewaschen werden muss wird natürlich wieder einmal Wasser eingespart und die Nachhaltigkeit von Kapok unterstrichen.

Denn wie auch Stephan Fetsch von der KPMG sagte: „Nachhaltigkeit ist ein Teil der Lebensrealität und wird Wirtschaft und Gesellschaft fundamental verändern."