Biphasischer Schlaf – Ein Phänomen des Mittelalters

Du hast sicher schon des Öfteren in den Medien von biphasischer Schlaf, polyphasischer Schlaf oder Power-Schlaf gehört.

Oder?

Keine Panik, wenn Du davon noch nie gehört hast, ist das auch kein Problem, denn im heutigen Blogartikel erfährst Du Alles darüber.

Sogar wie Cristiano Ronaldo schläft und warum er dies als sein Geheimrezept für seinen Erfolg sieht.

Bist Du bereit? Dann legen wir los!

Biphasischer Schlaf (Polyphasischer Schlaf oder Power-Schlaf)

Was ist biphasischer Schlaf?

Biphasischer Schlaf wird auch als zweigeteilter Schlaf verstanden und meint, dass wir nicht an einem Stück durchschlafen.

Das leitet sich aus dem Wort Biphasisch her. Es bedeutet, dass der Schlaf in zwei Phasen aufgeteilt wird und Du somit immer zwischen zwei Schlafphasen eine Wachphase von mehreren Stunden hast und dann wieder einschläfst.

Kannst Du Dir dies heutzutage vorstellen so zu schlafen?

Vielleicht fühlst Du Dich manchmal so als würdest Du biphasisch schlafen, da Du Nachts immer wieder aufwachst und dann wieder einschläfst.

Ich kann Dich beruhigen, dies ist ganz normal und sollte Dir keine schlaflosen Nächte bereiten.

Heutzutage ist es undenkbar, dass man zwei voneinander getrennte Schlafphasen in der Nacht hat und zwischendurch mehrere Stunden wach ist. Denn das entspricht nicht unserem derzeitigen Lebensstil und würde sich auch kontraproduktiv auf unsere Arbeitsleistung und Freizeitverhalten auswirken.

Der biphasische Schlaf hat jedoch schon viel früher begonnen als Du Dir vielleicht denken kannst. Bevor wir aber über die Entstehungsgeschichte vom biphasischem Schlaf im Mittelalter sprechen ist es essenziell, dass Du die unterschiedlichen Arten vom biphasischem Schlaf kennst.

Welche Arten vom biphasischen Schlaf gibt es?

Ja, die gibt es und sie unterscheiden sich stark voneinander und haben auch unterschiedliche Merkmale.

Der „moderne“ Schlaf

Moderner Schlaf Schlafphase
Der moderne Schlaf hat nur 1 Schlafphase und 1 Wachphase.

Am Abend spät ins Bett und am Morgen früh auf um rechtzeitig in der Arbeit zu sein, so lautet die Devise der meisten Menschen.

Dies führt zu einem Schlafdefizit und erfordert das Halten eines Mittagsschlafes oder das plötzliche nicht gewollte Einschlafen bei der Arbeit.

Erkennst Du Dich hier wieder?

Oft dauert dieser Mittagsschlaf aber zu lange und führt sehr häufig zum Aufwachen in einer Tiefschlafphase. Nach so einem Mittagsschlaf fühlst Du Dich gerädert und der Schlaf war nicht sehr erholsam und der weitere Arbeitstag wird zur Qual.

Der „Power-Schlaf“

Der "moderne" Schlaf
Der Powerschlaf hat zusätzlich zur langen Schlafphase einen Powernap

Mit 6-8 Stunden Schlaf und einem kleinem Power-Nap schläft es sich schon leichter.

Genau diese Art des biphasichen Schlafens praktizieren Millionen von Menschen tagtäglich.

Die Voraussetzung, dass das Power Naping funktioniert und Du Dich danach frisch und munter fühlst ist ausreichender erholsamer Schlaf in der Nacht.

Zusätzlich sollte der Power Nap die Zeitdauer von 20 Minuten nicht überschreiten!

Dadurch fällst Du nicht in den Tiefschlaf und fühlst Dich nach diesem Power-Schlaf viel erholter, als mit einem richtigen Mittagsschlaf.

Wenn man es aber etwas genauer betrachtet, ist dies noch kein biphasischer Schlaf, da der Power Nap zu kurz um ihn als biphasisch klassifizieren zu können.

Der „Klassiker“ vom biphasischen Schlaf

Biphasischer Schlaf Schlafphase Klassiker
Der klassische biphasische Schlaf unterteilt sich in 1) Schlafphase bei Sonnuntergang, 2) Wachphase in der Nacht und 3) Schlafphase bis zum Sonnaufgang

Nun kommen wir zum Anfang vom biphasischen Schlaf und dessen Nutzen.

Die eigentliche Form des biphasischen Schlafens stammt aus dem Mittelalter und war durch zwei getrennte Schlafphasen gekennzeichnet.

Um das zu verstehen, muss ich etwas weiter ausholen und mit Dir ins 16.Jahrhundert reisen.

Biphasischer Schlaf Mittelalter
Den Ursprung vom biphasischen Schlaf ist im Mittelalter zu finden (16.Jahrhundert)

Zu dieser Zeit waren die Menschen abhängig vom Tageslicht der Sonne und man konnte nur arbeiten, wenn es hell war.

  1. Daher gingen die Menschen mit Einbruch der Dunkelheit ins Bett,
  2. wachten dann für mehrere Stunden auf und
  3. schliefen danach wieder bis zum Sonnenaufgang.

Dies war damals ein ganz normales Verhalten und niemand dachte dabei an Schlafstörungen.

Die Menschen hatten keine andere Möglichkeit als zum Zeitpunkt der Dämmerung ins Bett zu gehen. Denn zu dieser Zeit gab es nicht einmal Kerzen oder künstliches Licht.

In den Wachphasen nutzen die Menschen die Zeit für Gebete, zum Sortieren von Gedanken und für die Reflexion ihrer Träume.

Paare nutzten diese Zeit auch für Sex.

Dazu gibt es eine Aufzeichnung eines Arztes aus dem 16. Jahrhundert der den Paaren riet, sich dem Vergnügen der Ehe nach dem ersten Schlaf hinzugeben.

Dann gehe es besser und mache mehr Spaß.

Der Schicht-Schlaf

Schicht Schlaf Schlafphase
Die Schlafphasen vom Schicht Schlaf

Diese Bezeichnung des „Schicht-Schlafens“ trifft auf alle Menschen zu die sowohl am Tag als auch in der Nacht arbeiten müssen.

Dies bedeutet, dass sie sowohl am Tag als auch in der Nacht schlafen müssen und daher auch zwei Schlafphasen haben.

Diese Art des Schlafens ist das Ergebnis von unnatürlichen Arbeitszeiten und ist auf Dauer ungesund.

Du fragst Dich sicher nun, ob es auch Studien zum biphasischen Schlafen gibt?

Ja, die gibt es natürlich und eine der bekanntesten ist die des US-amerikanischen Psychiaters Thomas Wehr (Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10607034/)

Dabei schliefen die Versuchsteilnehmer, nach einer kurzen Umstellungszeit, 8 Stunden pro Nacht, wobei die Nacht auf 2 Blöcke zu je 3 Stunden aufgeteilt wurde. Dazwischen waren die Probanden 1-2 Stunden wach.

Für dieses Experiment mussten die Teilnehmer von 18:00 Uhr bis 8:00 Uhr (=14 Stunden) in einer dunkel gehaltenen Umgebung verbringen ohne künstliches Licht.

Nach drei Wochen wurde der Schlaf der Probanden biphasisch.

Wie hat sich unser Schlaf im Laufe der Zeit entwickelt?

Monophasisch vs. Polyphasisch

Unterschied Monophasisch Biphasisch Polyphasisch
Der Unterschied vom monophasischen Schlaf, biphasischen Schlaf und polyphasischen Schlaf

Im Laufe der Industrialisierung und der Entwicklung des künstlichen Lichts hat sich unser Schlaf von einem biphasischen Schlaf zu einem monophasischen Schlaf entwickelt. Dies bedeutet, dass Du an einem Stück schläfst und Du dazwischen nicht aufwachst.

Der Grund dafür ist unser derzeitiges Arbeitszeitmodell. Man steht auf um zur Arbeit zu gehen, arbeitet dann durchschnittlich 8 Stunden, geht nach Hause und legt sich dann wieder ins Bett um weitere 8 Stunden zu schlafen.

Also eine durchgehende Schlafphase gefolgt von einer durchgehenden Wachphase.

Es geht aber noch weiter…

Seit einer geraumen Zeit gibt es auch den sogenannten polyphasischen Schlaf.

Unter polyphasischen Schlaf versteht man, dass man des Öfteren auch unter Tags schläft, und das nur in 90 Minuten-Zyklen.

Klingt verrückt und ist es in gewisser Hinsicht auch.

Ein sehr bekannter Vertreter dieser Methode ist der Weltfußballer des Jahres 2017 Cristiano Ronaldo.

Er hat sich einen Schlaf-Coach genommen und schläft nun statt 7-8 Stunden am Stück seine 5 x 90 Minuten am Tag und schwört darauf, dass dies zu seinem phänomenalen Erfolg geführt hat.

Hier findest Du mehr zum Thema polyphasischem Schlaf und Cristiano Ronaldo.

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Ist Polyphasischer Schlaf gesund?

Laut dem Schlafmediziner Stefan Schädlich ist das Reduzieren der Schlafdauer eine „extrem unnötige und unsinnige Entwicklung, weil der Schlaf nicht nur zum Leben dazu gehört, sondern auch essenziell ist.“

Unser Schlaf hat vor allem eine Regenerationsfunktion, die Du nicht unterschätzen darfst.

Tatsache ist, wenn wir nicht ausreichend gut schlafen, kann das Immunsystem zusammenbrechen, unser Stoffwechsel sich verändern, und klares Denken und das Fassen von vernünftigen Gedanken, wird zu einem Ding der Unmöglichkeit.

Wer sich überlegt so zu schlafen wie Cristiano Ronaldo, sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Passt der Schlafstil zu meinem derzeitigen Alltag?
  • Was möchte ich damit erreichen?
  • Wie lange möchte ich dieses Experiment durchführen?

Das polyphasische Schlafen scheint der Gamechanger für mehr Produktivität zu sein, jedoch bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das polyphasische Schlafen als Akt der Aufopferung.

Für Menschen die sich ihren Tag selbst so einteilen können wie sie möchten, ist diese Art des Schlafens sicher eine super Methode um noch mehr Zeit und Energie zu haben. Darunter fallen Personen die im Spitzensport tätig sind und Unternehmer.

Jedoch wird diese Methode des Schlafens für 9 to 5 Arbeiter sehr schwierig zum Umsetzten sein und erfordert zusätzlich auch sehr viel Disziplin.

Fazit vom biphasischen Schlaf

Auch wenn es im Mittelalter sehr sinnvoll war die Nacht in zwei Teile aufzuteilen, ist es heutzutage nicht wirklich realistisch diesen Schlafstil in Dein Leben zu implementieren.

Dies würde nur dazu führen, dass Du stundenlang im Bett liegen müsstest ohne dabei auf Smartphone oder Tablet zu blicken.

Auch das Lesen eines Buches wäre nicht möglich, da man ja kein Licht benutzen darf. Dazu hatten unsere Vorfahren auch keine Möglichkeit, da es ja kein künstliches Licht gab.

Der Umstellungsprozess würde sehr lange dauern und hätte sicher auch nicht den gewünschten Effekt.

Hingegen können wir Dir den Powerschlaf mit einem Power Nap sehr ans Herz legen, da dieser sehr leicht in Deinen Arbeitsalltag zu integrieren ist.

Das Wichtigste zum Schluss: Qualitativ hochwertigen und ausreichenden Schlaf kannst Du nur erreichen, wenn Du lernst besser zu schlafen, auf Deinen Körper zu hören und auf die Qualität Deines Bettes zu achten.